Trauersprüche

Ich kann aus meinem Haus nicht auf- noch abwärts schreiten,
Dass nicht mich Kinder zwei verlorene begleiten
Süß ist Gestorbensein, und bitter nicht ist Sterben,
doch Sterben sehen ist der Lebenslust Verderben.
(Friedrich Rückert † 31. Januar 1866)

Niemand kennt den Tod, es weiß auch keiner,
ob er nicht das größte Geschenk für den Menschen ist.
Dennoch wird er gefürchtet, als wäre es gewiß,
daß er das schlimmste aller Übel sei.
(Sokrates † 399 v. Chr.)

Die Erinnerung ist das einzige Paradies,
aus dem wir nicht vertrieben werden können.
(Jean Paul † 14. November 1825)

Gott hilft uns nicht immer am Leiden vorbei,
aber er hilft uns hindurch..
(Johann Albrecht Bengel † 2. November 1752)

Ihr seid jetzt traurig,
aber ich werde euch wieder sehen.
Dann wird euer Herz sich freuen,
und eure Freude wird euch niemand nehmen.
(Johannes 16,22)

Was wäre das Leben ohne Tod?
Wäre der Tod nicht,
es würde keiner das Leben schätzen,
man hätte vielleicht nicht einmal einen Namen dafür.
(Jakob Bosshart † 18. Februar 1924)

Das Leben ist wie eine Rolle auf dem Theater.
Es kommt nicht darauf an, daß lange,
sondern daß gut gespielt wird.
(Lucius Seneca † 65 n. Chr.)

Hast du nichtbeobachtet,
dass unsere Seele unsterblich
und unzerstörbar ist?
(Platon † 348/347 v. Chr.)

Sollte es nicht drüben einen Tod geben,
dessen Resultat irdische Geburt wäre?
Wenn ein Geist stirbt, wird er Mensch.
Wenn ein Mensch stirbt, wird er Geist.
(Novalis † 25. März 1801)

Mich lässt der Gedanke an den Tod in völliger Ruhe.
Ist es doch so wie mit der Sonne:
Wir sehen sie am Horizont untergehen,
aber wissen, dass sie „drüben“ weiter scheint.
(Johann Wolfgang von Goethe † 22. März 1832)